[Rezension] Algernon Blackwood – Aufgeschoben

Originalveröffentlichung:
The Deferred Appointment (1914)

Görden Schrecksekunden

„The Deferred Appointment“ ist eine sehr knappe Kurzgeschichte, die Blackwoods Meisterschaft zeigt, mit nur wenigen Pinselstrichen eine gleichzeitig stimmungsvolle als auch unheimliche Atmosphäre zu zeichnen. Er braucht nur ein paar Sätze, um eine perfekt scheinende Beschreibung eines unwirtlichen, grauen Londoner Wintertages zu entwerfen.
Damit ist der perfekte Grund für die komprimierte Handlung erschaffen. Ein krank aussehender Mann erscheint wortlos in einem Fotoatelier. Wie sich herausstellt, war der Mann eine Viertelstunde zuvor gestorben. Das Unheimliche kriecht förmlich in diesen stürmischen, verschneiten Tag und hinterlässt ein Schauergefühl, wie es nicht viele mit so wenigen Mitteln zu erschaffen in der Lage sind.

Empfehlenswerte Übersetzung: „Aufgeschoben“, übersetzt von Unbekannt, in: Michael Görden (Hrsg.), Schrecksekunden – Gespensterbuch 4 (Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe, 1984)

Lektorat: Uwe Voehl